Rosskastanie

Die Rosskastanie ist ein großer Baum, der in Parks und entlang von Straßen wächst, wo er aufgrund seiner Größe eine dominierende Rolle spielt. Kinder kennen die Standorte der Kastanienbäume meist sehr gut, denn dort finden sie im Herbst die rötlich-braun glänzenden Kastanien, die sich wunderbar glatt anfühlen und sich gut als Bastelmaterial eignen. Das bedeutet, dass die meisten Menschen mit der Rosskastanie von frühester Kindheit an vertraut sind.

Vor allem aber wird die Rosskastanie geehrt, weil sie seit Jahrhunderten eine wichtige Heilpflanze ist und ihre Wirkstoffe gründlich erforscht wurden. Sie hat viele verschiedene heilende Wirkungen, und die bemerkenswerteste davon ist die Wirkung auf das Gefäßsystem. Sie ist besonders nützlich gegen alle Venenkrankheiten, da ihre Wirkstoffe die Venenwände versiegeln. Die Rosskastanie eignet sich sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung bei der Behandlung von Krampfadern, Hämorrhoiden, geschwollenen Füßen und Arteriosklerose. Ihre Wirkung gegen Wadenkrämpfe und schwere Beine ist ebenfalls wichtig.

Beschreibung der Anlage

Die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Indien, Zentralasien und Südosteuropa. Da sie aber nicht nur schön aussieht, vor allem in der Blüte, sondern auch schmutzige Luft und Abgase gut verträgt, hat sie sich als Stadtbaum in Europa weit verbreitet. Der Baum wird bis zu 30 m hoch. Er hat große Blätter, die fingerartig aus sieben Teilen zusammengesetzt sind.

Im Mai blüht die Rosskastanie mit einer beeindruckenden Blütenpracht. Sie stehen wie dicke Kerzen aufrecht auf den Zweigen und bestehen aus vielen Teilblüten. Im Herbst wachsen aus ihnen die Kastanienfrüchte, die in einer stachelig grünen Schale sitzen. Die Früchte (Samen) sind etwa drei bis fünf Zentimeter groß und rundlich. Sie haben eine glänzende rotbraune Farbe. Sie fühlen sich angenehm glatt an.

Merkmale

Wissenschaftlicher Name
Aesculus hippocastanum.

Pflanzenfamilie
Sapindaceae.

Andere Namen
Weiß KastanieConker Tree, Buckeye, Spanish Chestnut.

Verwendete Pflanzenteile
Knospe, Frucht, Rinde, Blüte, Blatt & Wurzel.

Inhaltsstoffe
Aesculin, Aescin, Alantoin, Angelsäure, Bitterstoff, Kampferöl, Cholin, Cyanidin, Farbstoff, Flavone, Flavonglykoside, Fraxin, Tannin, Gerbsäure, Cumarine, Linolensäure, Saponine.

Erntezeit - Rinde
März.

Medizinische Eigenschaften

In der Volksmedizin wurden die heilenden Eigenschaften der Rosskastanie schon früh erkannt. Allerdings tauchte die Rosskastanie erst im 16. Jahrhundert in großen Kräuterbüchern auf. Heutzutage können fast alle Teile der Rosskastanie in der Kräutermedizin verwendet werden. Ihre bekannteste Verwendung ist die Stärkung der Venen und damit ihre Wirksamkeit gegen Krampfadern und Hämorrhoiden.

Hauptverwendung: Vaskuläres System.

Heilende Wirkungen

        • Adstringierend
        • Antibakteriell
        • Blutreinigend
        • Hämostatika
        • Entzündungshemmend
        • Diuretikum,
        • Antispasmodikum
        • Expektorant
        • Schmerzmittel
        • Tonisieren

Anwendungsbereiche

        • Krampfadern
        • Fieber
        • Kalt
        • Keuchhusten
        • Ödem
        • Stärkung der Zirkulation
        • Arteriosklerose
        • Diabetes
        • Durchfall
        • Magenkrämpfe
        • Leberversagen
        • Rheuma
        • Gicht
        • Sciatica
        • Nervenschmerzen
        • Entlassung
        • Frostbeulen
        • Hautprobleme
        • Dunkle Ringe unter den Augen
        • Ekzem
        • Geschwüre
        • Wunden
        • Lupus erythematodes
        • Venöse Erkrankungen
        • Phlebitis
        • Hämorrhoiden
        • Wadenkrämpfe
        • Schwere Beine
        • Geschwollene Beine und Füße

Verwendete Pflanzenteile

Wegen ihres hohen Saponingehaltes sollten Rosskastanienteile nicht in übermäßigen Mengen, sondern immer in der richtigen Dosierung eingenommen werden.

Früchte / Saatgut

Die rötlich-braunen Samen enthalten viel Saponin als wichtigsten Wirkstoff. Aber auch Gerbstoffe, Gerbsäuren und einige spezielle Wirkstoffe sind in den Samen der Rosskastanie enthalten.

Die getrockneten und geschnittenen Samen können als Tee oder Tinktur eingenommen und zur Stärkung der Blutgefäße verwendet werden. Rosskastanientinktur und Tee helfen nicht nur gegen Venenschwäche, sondern können auch die Arterien stärken und Ablagerungen entfernen. Darüber hinaus werden die feinen Kapillaren angeregt, mehr Gewebsflüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe aufzunehmen und zum Herzen zu transportieren, was z.B. geschwollene Knöchel anschwellen lässt.

Rosskastaniensamen werden bei der Einnahme häufig zu Salben und Cremes verarbeitet, mit denen die Unterschenkel zur Bekämpfung von Krampfadern und Schwellungen eingerieben werden können. Neben der Wirkung auf die Blutgefässe haben Rosskastaniensamen eine stärkende und schleimlösende Wirkung, was sie zu einem Mittel gegen Husten macht. Die Samen haben auch eine schmerzstillende Wirkung, weshalb sie gegen rheumatische und neuralgische Schmerzen eingesetzt werden können. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Katarrhen der Verdauungsorgane und Durchfallerkrankungen. Neben Tees und Tinkturen kann zweimal täglich eine Messerspitze mit den geschälten, getrockneten und pulverisierten Samen eingenommen werden.

Blumen

Die Blüten der Rosskastanie können ähnlich wie die Samen verwendet werden. Ein Blütentee wirkt ebenfalls besonders gut gegen Husten. Aus den Blüten lässt sich auch eine Tinktur herstellen, die als Einreibung gegen rheumatische Schmerzen verwendet werden kann. Die Bachblüten Chestnut Bud, White Chestnut und Rote Kastanie werden aus den Knospen oder Blüten hergestellt.

Verlässt

Die Blätter können als Tee getrunken und gegen Fieber und Keuchhusten verwendet werden. Sie haben auch eine stärkende, durchblutungsfördernde und entwässernde Wirkung.

Bellen

Die Rinde wirkt bei innerlicher Einnahme entzündungshemmend, adstringierend, harntreibend, fiebersenkend, schmerzlindernd, gefäßverengend und stärkend. Sie kann daher bei fieberhaften Erkältungen und Entzündungen des Verdauungstraktes eingenommen werden.

Knospe

Die Knospe wird als Bachblütenmittel für diejenigen verwendet, die nicht aus Erfahrungen lernen und immer die gleichen Fehler machen.

Formen der Vorbereitung

Alle Teile der Rosskastanie können auf unterschiedliche Weise verwendet werden:

Kaltextrakt

Als Waschung, Bad oder Creme wirkt die Rinde einerseits, wie die anderen Teile der Rosskastanie, gegen Venenprobleme, andererseits aber auch hautheilend gegen Ekzeme, Geschwüre und andere Hautprobleme. Sogar gegen Lupus erythematodes verwendet die Volksmedizin Waschungen mit einem Rindenabguss.

Die Rinde enthält das Glykosid Aesculin, das fluoreszierend ist. Wenn man aus der Rinde junger Kastanienzweige einen Kaltextrakt herstellt, kann man sehen, wie die Flüssigkeit leuchtet. Das Aesculin bindet ultraviolettes Licht und wird deshalb als Sonnenschutz verwendet. Es regt auch die Durchblutung und den Stoffwechsel an.

Lebensmittel

Rosskastanien gelten als ungenießbar, was aber nur teilweise zutrifft. Aufgrund ihres hohen Saponingehalts (8% bis 25%) sind sie in großen Mengen nicht gesundheitsfördernd, aber man kann die Saponine auswaschen und dann die Rosskastaniensamen essen.

Dazu werden die Samen bei geringer Hitze leicht geröstet, geschält und in dünne Scheiben geschnitten. Diese Scheiben werden dann mehrere Tage lang in ständig erneuertem Wasser eingeweicht (oder in einen sauberen Bach gehängt = traditionelle Methode der nordamerikanischen Indianer). Danach können die Früchte gekocht und gegessen werden. Sie enthalten etwa 10% Protein, 5% Fett und 35% Stärke.

Für den Haushalt

Wenn Sie kochendes Wasser über gehackte Rosskastanien gießen, wird das Wasser seifig. Dieses Wasser kann zum Waschen des Körpers und der Kleidung verwendet werden.

Geschichte

Nachdem die Eiszeit die Rosskastanie aus Mitteleuropa vertrieben hatte, kehrte sie erst vor einigen hundert Jahren mit den Osmanen nach Mittel- und Westeuropa zurück. Die Osmanen trugen Kastanien als Pferdefutter mit sich, und hin und wieder fiel eine Kastanie zu Boden und entwickelte sich zu einem Baum. Die wahllos gesäten Bäume gefielen offensichtlich vielen Menschen, denn mit der Zeit wurde die großwüchsige Rosskastanie zu einem beliebten Baum in großen Parks und als dominierendes Grün in den Städten.

1576 wurde die Rosskastanie zum ersten Mal offiziell in Wiener Gärten gepflanzt. Carolus Clusius, der kaiserliche Direktor des Botanischen Gartens in Wien, setzte sich für diese Pflanzungen ein. Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. liebte die wuchtige Kastanie so sehr, dass er sie überall pflanzen ließ, vor allem als Allee und in seinen Schlossgärten. Diese Mode setzte sich fort, und deshalb findet man auch heute noch überall zahlreiche Kastanienbäume.

Besonders beliebt waren Kastanienbäume über den Gewölbekellern von Brauereien, da ihre Wurzeln nicht sehr tief sind und die üppigen Kronen viel kühlen Schatten spenden. Dadurch blieben auch die Bierkeller kühl, was die Qualität des Bieres verbesserte. Deshalb ist der typische Baum in Biergärten die Kastanie.

Heute sind zahlreiche Venensalben mit Rosskastanienextrakten zur Behandlung von Krampfadern auf dem Markt erhältlich. Im Jahr 2005 war die Rosskastanie der Baum des Jahres, im Jahr 2008 die Heilpflanze des Jahres.

 

Synonyme:
Weiße Kastanie

Aesculus hippocastanum
Illustration Aesculus hippocastanum0 clean.jpg
Botanical illustration (1885)
Scientific classification edit
Kingdom:Plantae
Clade:Tracheophytes
Clade:Angiosperms
Clade:Eudicots
Clade:Rosids
Order:Sapindales
Family:Sapindaceae
Genus:Aesculus
Species:
A. hippocastanum
Binomial name
Aesculus hippocastanum
Aesculus hippocastanum range.svg
Native distribution

Aesculus hippocastanum, the horse chestnut, is a species of flowering plant in the soapberry and lychee family Sapindaceae. It is a large deciduous, synoecious (hermaphroditic-flowered) tree. It is also called horse-chestnut, European horsechestnut, buckeye, and conker tree. It is sometimes called Spanish chestnut. This name is typically used for Castanea sativa.

Horse Chestnut (Wiktionary)

English

Alternative forms

  • horse-chestnut

Etymology

Translating obsolete Latin name Castanea equina.

Pronunciation

  • (UK) IPA(key): /ˌhɔːs ˈtʃɛsnʌt/
  • (US) IPA(key): /ˌhɔɹs ˈtʃɛsnʌt/

Noun

horse chestnut (plural horse chestnuts)

  1. A species of trees of the genus Aesculus, common in the temperate zones of both hemispheres.
  2. The large nutlike seed of these trees.

Synonyms

  • (tree): buckeye (US), conker tree (UK, informal
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